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Kopfweiden

Als Kopfweide bezeichnet man eine Weide, deren Stamm in einer Höhe von ca. zwei Metern abgesägt wurde. Als Arten nimmt man hierzu meistens die Silberweide (Salix alba) oder die Korbweide (Salix viminalis). An der Schnittfläche treibt der so behandelte Baum in großer Zahl neue Triebe aus. Diese Ruten lassen sich gut erreichen und zur wirtschaftlichen Nutzung abschneiden. Im Laufe der Zeit verdickt sich der oberste Abschnitt des Stammes, es entsteht der „Kopf“ der Weide. Ist eine Weide einmal zur Kopfweide geschnitten worden, muss sie regelmäßig gepflegt werden. Sonst treibt der Baum mit seiner veränderten Statik große Äste aus, und bricht unter deren Last zusammen. Da das Holz von Weiden früher häufig als Pfähle für das Errichten von Weidezäunen benutzt wurde, entstanden aus diesen Pfählen durch die enorme Regenerationsfähigkeit der Weiden neue Pflanzen. Aus diesem Grund stehen Kopfweiden häufig in einer Reihe. Die gewonnenen Ruten wurden in früheren Zeiten zum Beispiel zur Korbflechterei oder in Verbindung mit Lehm als Baumaterial für Häuserwände benutzt. Durch die Verbreitung anderer Materialien ist die wirtschaftliche Nutzung der Weiden fast völlig verschwunden, und dementsprechend werden die Kopfweiden auch kaum noch gepflegt. In den letzten Jahren wurde der Weidenschnitt wieder vermehrt durchgeführt. Äste und Stämme von Weiden werden als lebende Palisaden zum Befestigen von Hängen und Ufern eingesetzt. Wegen ihrer intensiven Bewurzelung sind hier besonders gut die Silberweide und die Bruchweide geeignet. Als Material für den Bau von lebenden Weidenzäunen, Hütten oder Tunneln sind Weidenruten wieder vermehrt gefragt. Regional spielt auch das traditionelle Handwerk der Korbflechterei inzwischen wieder eine Rolle.

alte Kopfweide bei Drösing

 

 
 
 
   
 


Letzte Änderung:
03.03.2017, 15:53